Dubés nächster grosser Schachzug?

Der Trainer Gerd Zenhäusern ist Geschichte. Der sympathische Walliser bleibt sich treu und fasst eine sehr menschliche Entscheidung. Er verzichtet für mehr Sicherheit, der Familie zuliebe, auf Ruhm und Ehre und wohl auch auf einen ganzen Batzen Geld. Ich bin froh bleibt Gerd in Fribourg und übernimmt das Amt des Ausbildungschef. Erstens hat er schon mehrfach bewiesen dass er ein guter Ausbildner ist und hat viel Erfahrung in diesem Bereich. Zudem tun solche Symphatieträger jedem Verein gut.

Es bleibt die Frage ob das für unser Team gut oder schlecht ist. Auf der einen Seite ist ein Trainerwechsel so früh in der Saison kein idealer Zeitpunkt. Die Mannschaft hat gemeinsam mit Zenhäusern eine Strategie entwickelt und wird jetzt mitten in der Umsetzung gezwungen von ganz vorne anzufangen. Die Vorbereitung beginnt also von vorne: Egal welcher Trainer in Freiburg übernehmen wird, er wird eine neue Philosophie einbringen, die Linien umstellen und auch menschlich wird für die Spieler Vieles neu werden. Ich glaube kaum dass der neue Trainer die Spieler «wie Söhne» behandeln wird. So erklärte Kienzle Anfangs Saison die Art von Zenhäusern. Die Spieler werden sich also auf viel Neues einstellen müssen. Und noch eine Schattenseite sei erwähnt: Rathgeb betonte stets dass er auch wegen Zenhäusern zu Gottéron gekommen ist (er trainierte Rathgeb schon in den Junioren-Nationalteams). Könnte gut sein, dass die neue Situation Rathgebs Entscheidung über den Verbleib in Fribourg ziemlich stark beeinflussen wird…

Auf der anderen Seite ist man nicht gerade gut in die Saison gestartet und auch wenn es noch etwas sehr früh ist um ein Urteil zu fällen, irgendwie steckte überall der Wurm drin. Die Linien haben ganz und gar nicht richtig harmoniert. Fairweise muss man sagen, dass die Abwesenheiten von den Schlüsselspielern Cervanka und Mauldin Zenhäusern zu Umstellungen gezwungen haben, aber solche Situationen sind alltäglich im Eischockeygeschäfft und eine gute Mannschaft müsste das verkraften können. Wenn man den Trainerwechsel also aus dieser Perspektive betrachtet kann es kaum schlechter werden.

Die Kandidaten

Will man der Presse glauben, sind Larry Hurras, Lars Leuenberger, Heinz Ehlers und Bob Hartley im Gespräch um den neuen Trainerposten. Die Kandidaten haben alle etwas gemeinsam; sie stehen eher für defensive Disziplin als für schnelles, kreatives Eishockey. Genau das was Fribourg braucht sagen die einen, ein Philosophie-Konflikt die andern. Ein Kompromiss wäre ein Engagement von Lars Leuenberger. Der ehemalige SCB-Meistertrainer wäre, ähnlich wie Zenhäusern, einer der die Spieler wie «seine Söhne» behandelt und nicht dafür bekannt ist laut zu werden. Larry Hurras und Hartley wären strategisch top, die Spieler müssten sich aber wieder an eine härtere Gangart und ein strategisch geprägtes Hockey gewöhnen. Heinz Ehlers hingegen wäre eine totale Fehlbesetzung. Zwar hatte der kühle Däne bisher überall Erfolg, passt mit seinem defensiven Mauerhockey so überhaupt nicht zu Gottéron.

Der nächste grosse Schachzug von Dubé?

Dubé hat in seiner kurzen Zeit bei Gottéron hervorragende Arbeit geleistet. Er hat das Team auf dem Papier klar stärker gemacht und man hat das Gefühl, dass wieder eine Strategie hinter all den Transfers steckt. Wenn Dubé jetzt schlau vorgeht und richtig verhandelt, kann er für dieses und für nächstes Jahr eine hervorragende Ausgangslage schaffen. Gelingt es ihm den neuen Trainer bis Ende Saison zu verpflichten, kann er für nächstes Jahr den nächsten Schachzug gut planen. Entweder hat der neue Trainer Erfolg mit dem Team und empfhielt sich für eine Vertragsverlängerung oder es steht für nächste Saison ein ganz Grosser bereit und ein Traum vieler Freiburger würde in Erfüllung gehen.

Das Schlimmste was jetzt passieren könnte, wäre die Unterzeichnung eines mehrjährigen Vertrages mit einem der oben genannten Kandidaten. Das würde einen Schatten auf Dubés Planungsfähigkeit werfen, denn in so kurzer Zeit kann man keine gut durchdachte strategische Verpflichtung tätigen. Und noch schlimmer: Man würde sich wieder einmal die Chance verbauen den den grössten aller Zeiten hinter die Bande zu bekommen.

Am Montag wissen wir mehr!