Die fetten Jahre sind vorbei!

Die Saison ist vorbei, das von Klub gesetzte Saisonziel wurde erreicht, das abgestandene Bier floss wieder mal in Strömen, das überteuerte Saisonabo ist abgelaufen, es ist also wieder mal an der Zeit für eine kleine Analyse.

Conz & Lory

Benji war während der Saison und auch in den Playoffs zu 90% ein sehr sicherer Rückhalt. Auch seine Fanquoten zeigen das: Quali (90.7%) und Playoffs (91.1%). Das sind sehr solide Werte, bedenkt man, dass unsere Defense nicht gerade zur Ligaelite gehört. Reto Lory spielte kaum eine Rolle, zeigte in seinen wenigen Einsätzen aber, dass es sicher ein durchschnittlicher bis guter Ersatzgolie gewesen wäre. Conz (Note 5), Lory (Note 4.5).

Die sicheren Werte in der Verteidigung

Es gibt bei Gotteron ein paar unauffällige Krampfer, die ihren Job erledigen ohne gross aufzufallen. Das ist zum einen Marc Abplanalb, dem man wirklich mal ein Kränzchen winden muss und zum anderen war das diese Saison Mathieu Maret. Beide taten diese Saison was sie am besten konnten; hinten solide verteidigen. Wobei Maret vor allem zu Beginn der Saison einen sehr guten Job machte. Marc hat zwar auch immer mal wieder eine etwas schwächere Phase, trotzdem muss man ein doch sehr positives Fazit zu seiner Saison ziehen. Am Schluss muss man auch noch Camperchioli zu dieser Kategorie zählen, da er doch über die ganze Saison, trotz Verletzungspech, ein sicherer Wert war. Abplanalp (Note 4.8), Maret (Note 4.6). Camperchioli (Note 4.5).

Zwischen Genie und Wahnsinn

Ich gebe zu, Sebastien Schilt ist mein absoluter Lieblingsspieler. Das hat in erster Linie natürlich mit seiner Härte zu tun. Der Naturbursche aus dem Emmental fällt gegnerische Stürmer wie ein Holzfäller Nordmanntannen zur Weihnachtszeit. Kein Check, keine Kopfnuss und keine blutende Nase bringt ihn aus der Ruhe. Auch technisch lässt er immer wieder mal seine vorhandene Klasse aufblitzen. Eigentlich ein Top-Spieler, wären da nicht zwischendruch diese haarstreubenden Aussetzer. Gleiches gilt für Ngoy. Wobei auf einem doch etwas tiefern Level. Der eigentlich robuste Ngoy lässt es für meinen Geschmack noch etwas zu wenig krachen. Dafür sind seine Aussetzer auf der anderen Seite mindest gleich haarstreubend. Nur aufgrund seiner sehr guten Plus-Minus-Bilanz bekommt er von mir eine ansprechende Benotung, denn rein optisch ist da doch mehr Pfui als Hui. Schilt (Note 4.8), Ngoy (Note 4.5).

Die ausländischen Backs

Gerade hat Gottéron die Verlängerung mit Alexandre Picard bekannt gegeben. «Also halt» sage ich da nur. Picard spielte wirklich gute Playoffs. Tat das was er während der Quali nicht schlecht machte noch etwas besser; hinten absichern. Hinzu kam die nötige Härte. Ich war während der Playoffs wirklich positiv von ihm überrascht, während er mich in der Quali nicht wirklich überzeugen konnte. Nicht weil er schlecht spielte, einfach weil er zuwenig Offensivdrang hat für einen ausländischen Back. Ziemlich enttäuscht war ich hingegen von Ellerby. Auch er macht seinen Job nicht wirklich schlecht, aber die gewünschte Härte brachte er nicht ins Team. Aufgrund der guten Playoffs gibts für Picard also eine bessere Benotung. Picard (4.9), Ellerby (4.7).

Ein Versprechen für die Zukunft

Es gabt diese Saison zwei wirklich sehr grosse Lichtblicke im Kader von Gottéron. Der erste ist ziemlich offensichtlich; Yannick Rathgeb! Er fiel vom ersten Trainingsspiel an auf. Ein Jungspunt der keine Konfrontation scheut, sich immer wieder stark in die Offensive einschaltet und spielt als wäre er schon ein Grosser. Das wird er ganz sicher mal. Und sein Weg ist nicht mehr weit. Zum guten Glück hat er noch einen Vertrag für eine Saison, dann wars das aber wohl leider mit Gottéron. Ich traue ihm den Schritt in die NHL zu. Vorher wird er aber wohl noch ein zwei Saisons beim SCB oder ZSC spielen. So leid mir das tut, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gottéron im aktuellen Zustand ein solches Talent halten kann. Nun zum zweiten Talent; Andrea Glauser. In der Quali kaum mit Eiszeit, in den Playoffs mit einer Selbstverständlichkeit als wäre auch er bereits ein gestandener Profi. Rathgeb (Note 5.0), Glauser (Note 4.7).

«Gring abe u seckle»

Natürlich ist damit John Fritsche gemeint. Und auch Chris Rivera fällt in diese Kategorie. Teils frääsen die zwei zwar etwas kopflos ins gegnerische Drittel. Aber sie kommen dort wenigsten mit Puck an. Sie tun das was sie können also ziemlich gut. Fritschte mit seinem unverkennbaren Speedlauf und Rivera durch seine Goon-Menatlität. Beides sind gute Ergänzungspieler für unser Team. Und da ist dann noch so einer mit einem langen Bart. Eigentlich ein cooler Hipster. Beni Neukom frässte sich ebenfalls übers Eis. Tat das mit viel Energie aber weniger Einfluss als die andern zwei. In den Playoffs gefiel er mit dann aber wieder etwas besser. Fritsche (4.7), Rivera (4.7), Neukom (4.0)

Die Durchschnittlichen

Auch im Sturm gab es diese Saison Spieler die machten ihren Job ganz gut. Zum einten war das Flavio Schmutz, welcher vor allem Anfangs Saison zeigte, dass er eigentlich ein ganz guter Eishockeyspieler ist, zum andern war das Tristan Vauclair, welcher in den Playoffs zeigte, dass er vor allem durch seine Härte eigentlich ein guter Wert sein könnte. Beide Spieler sind gute Ergänzungsspieler, auch für ein Top-Team. Auch Sandro Brügger kann man mit seinen Teileinsätzen dieser Kategorie ansiedeln. Schmutz (Note 4.1), Vauclair (Note 4.5). Brügger (Note 4.0)

Die Unterdurchschnittlichen

Ja die gabs leider diese Saison auch. Man hat mit Monnet und Hasani zu wenig Gute weg transferiert, und holte ein paar Rohrkrepierer. Ryan «ich hab meine Beine nicht unter Kontrolle» Gardner. Das Gstabi dass für Helbling kam stand zwar in den Playoffs manchmal ganz effizient im Slot, mehr war da aber nicht. Und da ist da noch Caryl Neuenschwander. Ich liebte seine Spielweise zu Chuinards Zeiten. Doch das ist Vergangenheit. Er hätte besser gemeinsam mit Botter die Schlittschuhe an den Nagel gehängt. Gardner (Note 3.0), Neuenschwander (Note 2.5).

Die ausländischen Stürmer

Gemeinsam mit Mottet haben Pouliot und Mauldin vor allem Anfangs der Saison ein sehr starkes Trio gebildet. Pouliot der Spielmacher mit zwei Snipern. Ein gutes Konzept, das wirklich gut funktioniert hat. Leider vielen diese zwei Ausländer immer wieder verletzt aus, was auch dafür sorgte, dass wir überhaupt in die Negativ-Spirale mitte Saison geraten sind. Trotzdem muss man sagen dass man vor allem mit Pouliot einen sehr guten Ausländer in den eigenen Reihen hat. Als Ersatz kamen Martin Réway und Colby Genoway. Genoway überzeugte als Zwei-Weg-Stürmer und Réway verzauberte das Freiburger Publikum mit seinen technischen Kabinett-Stücken und seiner Spielübersicht. Alles in allem muss man also sagen, dass Dubé hier seinen Sportchef-Job wirklich gut gemach hat. Pouliot (Note 5.3), Mauldin (Note 5.0), Réway (Note 5.2), Genoway (Note 4.9).

Bykov, Sprunger und Mottet

Andrei wirbelte und Julien schoss wieder einmal Tore am Laufmeter. Die Skorerwerte stimmen auch. Also bleibt nichts anderes übrig als eine Top-Bewertung oder? Wäre da nicht wieder einmal die Playoffs. Zusammen produzierten die zwei in den Playoffs 2 Skorerpünktchen in 5 Spielen und hatten so gut wie keinen Einfluss aus Spiel. Sprunger zog sich nach der Sache mit dem Check gegen Rubin meilenweit in sein Schneckenhaus zurück und Bykov kämpfte gegen Windmühlen. Ganz anders der ebenfalls kleingewachsene Mottet. Trotz seiner Grösse scheut Mottet keinen Zweikampf und provoziert immer wieder die Gegner. Er ist technisch ebenso stark wie Bykov und schiesst auch immer wieder Tore. Punkte hat er auch fast gleichviele gesammelt. Anders als Bykov und Sprunger halte ich ihn für playofftauglich. Bykov (Note 4.9), Sprunger (Note 4.9). Mottet (Note 5.0).

Beni Plüss

Der einzige Spieler der eine eigene Rubrik verdient hat. Beni hat zum Abschluss nichts anderes als die Bestnote verdient. Mit seinem Rücktritt geht endgültig eine Ära zu Ende. Beni der Krampfer, Beni der Leader, Beni der Fantastische geht in Hockeypension. Er hat so ziemlich alles verkörpert was ich an einem Hockeyspieler liebe; Leidenschaft, Kampfgeist, Härte, Technik, Treffsicherheit und Treue. Benjamin Plüss kam als Nobody und geht als Legende. Auch wenn das Urgestein etwas langsamer geworden ist, er hätte noch lange in der ersten Linie spielen können. Es bleibt mir zum Schluss nur noch übrig den Hut vor diesem grossen Spieler zu ziehen. Plüss (Note 6)

Fazit

Die Erwartungen waren dieses Jahr nicht gerade gross. Darum muss man eigentlich mit der Saison zufrieden sein. Aber wer will das schon. Wir wollen mehr, aber die fetten Jahre sind leider vorbei. Daran ändern auch die Zuzüge für nächstes Jahr nichts. Man hat wahrscheinlich eine etwas solidere Verteidigung und mit Gustafson kommt noche eine gute Verstärkung für den Sturm, aber das Kader ist zu wenig breit und sehr anfällig wenn sich ein Leistungsträger verletzt. Hinzu kommt, dass unsere Stars in den Playoffs nur noch halb so viel wert sind. So leid es mir tut, aber wir gehören wieder zum Ligadurchschnitt. Wir haben jetzt zwar einen Sportchef, aber die Chefetage jammert immer wieder von unzureichenden Finanzen. Tja, das war mal anders. Zu Baudins Zeiten. Der hat halt aufgeräumt. Jetzt ist man wieder dort wo man mal angefangen hat vor ein paar Jahren. Alles funktioniert so halbprofessionell. Ein Paradebeispiel ist das Theater um das neue Stadion. Am Schluss wird die alte Halle so halbgut umgebaut. Aber so ist es, die fetten Jahre sind halt vorbei!